Das Interdisziplinäre Labor trägt zur Entwicklung neuer Therapien für die akute myeloische Leukämie (AML) bei
Die Heilungsraten für kindliche Leukämien sind sehr hoch, insbesondere für die akute lymphatische Leukämie (ALL). Leider sind die Therapien bei Kindern mit akuter myeloischer Leukämie (AML) häufig weniger effektiv. Hochrisiko-PatientInnen haben Überlebensraten von unter 50%. Die Arbeitsgruppe von Prof. Boaz Tirosh an der Case Western Reserve University School of Medicine in Cleveland (Ohio, USA) hat eine neue Wirkstoffklasse entwickelt, die sogenannten mTOR-Aktivatoren. AcTor, der erste mTOR-Aktivator, konnte akute myeloische Leukämiezellen zu dem zugelassenen Medikament Ixazomib sensibilisieren. Dies wurde in primären Patientenmaterial ebenfalls bestätigt.
Im Interdisziplinären Labor der Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder wurde die Kombination aus AcTor und Ixazomib in resistenten AML-Zelllinien aus der Resistant Cancer Cell Line (RCCL) Collection getestet. Die Kombination aus AcTor und Ixazomib ist genauso effektiv in resistenten AML-Zelllinien, die gegen Wirkstoffe aus der Klinik adaptiert wurden.
Ein wichtiger Faktor bei der AML Therapie ist der p53-Status. P53 ist ein Tumorsuppressorgen, Veränderungen in diesem Protein können zu verstärktem Tumorwachstum und erschwerter Therapie beitragen. Die Kombination aus AcTor und Ixazomib zeigte in AML-Zelllinien mit verändertem p53 und nativem p53 die gleiche Wirksamkeit. Dadurch ist der klinische Einsatz besonders vielversprechend.
Dr. Florian Rothweiler vom Interdisziplinären Labor sagt zur aktuellen Publikation: „Wir freuen uns, dass wir dank der einzigartigen RCCL Collection in der Lage sind, zur Entwicklung einer neuen Medikamentenklasse beizutragen, die in der Zukunft hoffentlich Kindern mit Krebs helfen wird, für die es heute noch keine wirksame Therapien gibt“
Die wissenschaftliche Publikation hierzu ist in der Zeitschrift Molecular Cancer erschienen:
